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Itheferi
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Im Dämmerlicht
Als ein abendrotes Glühen Strahlnder Sterne hell erschien, Wollten Blumen ewig blühen, Dass der Tag sie nie beschien.
Im Zwielicht binnen Mondenschein Webten zwei im Blumenhain Ein schimmernd Band, so stolz und rein, Zu schön für den Moment. Trotz der Mauer und dem Wall Brachte nichts den Glanz zu Fall; Wenn die ein den andren kennt. Schöner war’s – voll Gegensatz. Schöner noch – der schönste Schatz Am abendlichen Firmament.
Und blühten zweisam in der Nacht, Und blühten stolz in ihrer Pracht – Sie blühten dort im Dämmerlicht, Und scherten sich der Mauern nicht.
Bis der neue Tag brach an, Den Schimmer schien, ihn schien voran – Und dieses nächtlich, schillernd Band Verbrannt. Itheferi
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Rabengrab
Wächter meiner Nahbarkeit, Meiner eitlen Unvernunft, Meiner Liebe, meiner Leiden, Meiner müden Dichterskunst.
Schwarz gefiedert, starre Blicke Wachen auf dem alten Grab, Wo ich einst, nebst stillen Leiden, Meiner Träume Tod erlag. Nur mein Geist, vermiss ihn nicht! Nur ein Schatten seiner selbst, Nur ein Hauch von alten Tagen Einer Rose - lang verwelkt.
Und die Raben hocken schweigend, Auf des Wandrers alter Lust. Krächzen ihren stummen Reigen Leis im Takt der meinen Brust: Einst da saß ich neben ihnen, Als ein Rabe auf dem Baum, Doch ich summte andre Lieder, Summte laut hinaus den Traum.
Ein Rabe war ich: Starrer Blick. Schwarz gefiedert, schwarz kaschiert. Blind bin ich im eitlen Fieber Meinen Leiden vormarschiert - Doch ein Blinder sitzt nie einsam Auf des Baumes hohen Ast, Raben sägen stets gemeinsam, Sind sich selbst die größte Last.
Von Zeit zu Zeit da falln die Raben Von den Ästen ihres Traums. Nicht mehr fliegend, nicht mehr gleitend, Stürzend in den grauen Saum. War man erst blind, sah man erst schwarz, Und sieht das graue Grab erblühn, So lernt man schätzen, was erst war Ein düstres Schwarz, dann graues Grün. Itheferi
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Laub
Er hinkte nicht, er schritt gemessen, Klappernd schlug das Horn zu Stein – Aus dem Festsaal alter Bräuche, Hob sich an, Gestalt zu sein.
Wirbelnd frei im kühlen Nachtwind Tanzt vorm Monde leis der Staub, Hebt vom spitzen Dach herab All das kalte, tote Laub - Er lässt flattern all die Farben Bunt im Lichte, Matt im Grau, Wolkig trüb eine Geschichte Einer anderen, jüngeren Frau. Itheferi
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Lichtlos
Raunend treiben sich die Wolken, Ahnend flieht der Wind durch's Laub, Gar das zarte Bachgeplätscher In den Halmen stellt sich taub, Friert im Lauf zum greisen Gletscher: Trüb im Lichte treibt der Staub. Trist im Kreise: Auf die Reise. Kalt im Lichtschein, grau und stumm. Auf den Sohlen, Leis, ganz leise, Geht im Geist ein solcher um. Itheferi
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Meeresrauschen
Unheilsuchend bebt das Meer, Durch Schatten tauchend, kalt und klamm; Selbst im Blitze schwarz wie Teer, Heben dort sich wallend, fauchend Übers Schiffsdeck Kamm um Kamm. In den Wellen, dort im Wind Steht ein Letzter seiner Art: Weiß, wer diese Wellen sind! Weiß, und kennt den großen Schätzer Der im Winde aufgebahrt. Tosend brüllt der Sturm nur lauter, Zerrt und reißt die Leinen straff, Als der Klang einstig vertrauter Stimmen durch den Vorhang beißt Und ihn auseinander rafft. Donnerklang durchdringt die See Des Anderen, den niemand freit: Leis vom Himmel rieselts Schnee, Regnets Feuer, Gießt das Salz, Und nur Asche ist, Was bleibt.
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Dünenmeer
Staubend Wolken wallen wieder Mich durch Schmutz, der Taten Drang. Wimmernd senken sich die Lider Meiner Sünden goldner Sang, Drückt mich fester, drückt mich nieder In die Wüste Untergang. Wild und wirbelnd dreht der Derwisch Seinen Silhouettentanz, Schleift die Felsen, wölkt das Dunkel, Frisst die Farben gar und ganz. Reißt empor und fesselt mich, Setzt ihn auf Den Dornenkranz. Dämon meiner selbst und deiner Geister meines Untergangs! Wischend wird die Welt mir kleiner Und mir hilft kein Zauberbann! Kühl zerpresst vom Wolkensohn, Vom gräulich Dunst, vom staubig Wall. Lautlos, wie vom Glockenton, Brach er ein, der Geisterschwall. Mitternacht – da war ich schon! Gebunden dort Im kalten All. Eins der Verslein sprach ich nur! Wirbelte den Manatrank. Eine Perle auf die Schnur Stickte ich – Im See versank Diese eine Zaubrerspur Unter Meeres Schicksalsklang. Dämon meiner selbst und deiner Geister meines Untergangs! Wischend wird die Welt mir kleiner Und mir hilft kein Zauberbann! Schweißgebadet wach ich auf, Atme schwer, O atme schwer. Folge stumm des Blickes Lauf Durch das schimmernd Dünenmeer. Itheferi
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Freiheit
Schaurig klare, finst're Nacht. Ein Sturm aus Ruhe mitgebracht Den dunklen Freund im schwarzen Kleid – Ein Ebenbild aus fremdem Leid.
Trostlos kalt, alles in Grau: Am krummen Winkel wie ein Pfau, Schlicht und karg, doch reich und stolz, Krächzt er geraum vom toten Holz Dem knechtet traur'gen Opferfang Erniedrigend den letzten Gang - Mit Tritten, Stößen jäh gesäumt Wird der Fisch vom Meer geträumt.
Der letzten Treppe eines Lebens Wehrt der Trauerblick vergebens; Still vom Henkers blut’gem Zopf Auf zum rabenschwarzen Schopf Erschüttert stumm ein Blick entleert, So wird ein letzter Wunsch gewährt, Mit engen, fesselnd Schlingen Beginnt der Tag ein Lied zu singen.
Hoffnung tanzt durch einst’ge Nacht, Dem Sturm die Ruhe angedacht, Dem dunklen Freund im schwarzen Kleid, Der jeden wie die Seinen freit. Itheferi
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Nacht der Sterne
Eine helle Sternenperle Über mir auf schwarzem Samt. Scheint mir treu und wunderschön, Wie sie sacht die Nacht umarmt, Wie sie stolz auf Ebenholz Lieblich klingend Schatten rahmt. Nachtens Sterne funkeln mir, Nächtlich gerne leuchten hier Tausend wärmre Lichter, schier Unbegreiflich über Dir. Königin der Nacht und Sterne Über mir auf finstrem Thron. Hellt das Dunkel und die Schatten, Wie sie fein das Sein verschont, Wie sie webend Leben spricht, Sanft die nächtlich Wachen lohnt. Nachtens Sterne funkeln mir, Nächtlich gerne leuchten schier Tausend wärmre Lichter hier; Nacht der Sterne über Dir. Itheferi
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Dreizehn
Und die morsche Uhr schlägt Dreizehn, Donnert durch das alte Haus; Wände zittern, Planken splittern, Winde hebeln Lichter aus, Als der goldne Bauch sich öffnet; Matter Schein wie grünes Gift Flutet Ängste in das Zimmer, Färbt die Seele grau und trist. Leid und Schmerz ziehen sich Bahnen Kalter Venen durch die Tür - Durch die Steine der Gebeine Deines Turmes hoch zu Dir; Und ein Menschlein kreischt und fleht, Jammert, weil es nicht versteht, Wie ein Gott kann grausam sein, Schuf er doch den Menschenschein. Nicht das Menschlein doch die Zeit Scheint so rein, scheint allein! Scheint er Dir doch schlicht die Antwort Auf die Frage nach dem Sein: Denn so siecht und stirbt das Leben, Seit dem ersten Schlag der Uhr, Denn es kann sich nichts erheben, Gegen Ursprung und Natur. Und zuletzt bleibt übrig nur, Ein kalter Geist der morschen Uhr. Itheferi
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